Der Zankapfel aus dem Hause REWE  -  da ist der Wurm drin!

Am Sachverstand unserer Kultusministerien wird nicht erst seit der der Einführung des „G8-Gymnasiums“ von vielen Eltern gezweifelt. Nun keimt aber nach einer Stellungnahme zum geplanten „Apfeltag“ von REWE wieder Hoffnung auf. Der Sprecher des hessischen Kultusministeriums Christian Henkes wies die Aktion des Handelshauses in ihre Schranken: »Um 11 Uhr wird an den Grundschulen Unterricht gemacht und kein Apfel gegessen.« Werbemaßnahmen – auch für große Handelskonzerne - seien an Schulen nicht zugelassen.

Apfel mit Wurm© Gordon Bussiek / www.fotolia.deDabei war alles so klug eingefädelt, um die Schüler zu Werbezwecken zu instrumentalisieren. Der Lehrkörper hat den Köder der Marketingabteilung begierig geschluckt: Über 500 Schulen mit über 1 Millionen Schülern hatten ihre Teilnahme zugesagt. Das hessische Kultusministerium wurde erst durch Eltern auf die Aktion aufmerksam, die per Flugzettel zwar informiert, aber nicht um Einwilligung gebeten worden waren. Im Zeichen der „Gesunden Ernährung“ ist einfach alles erlaubt. REWE verbindet mit der Aktion natürlich einen caritativen Zweck. Die MitarbeiterInnen des Haues Rewe können soviele Äpfel wie sie wollen essen oder in ihren Märkten an die Kunden kostenlos verteilen. Aber bitte nicht an Schüler, die dann unter Anleitung der Lehrer per Gruppenzwang in Äpfel beißen und werbewirksam in die Kamera schauen. Es gibt unter Kindern etliche Apfelallergiker! – ob sie in der...

...Grundschule schon so viel Willenskraft haben, den angeordneten Biss in den Apfel zu verweigern? REWE will nach eigener Aussage die gesunde Ernährung fördern. Dazu wurde zeitgleich die Broschüre „mampf“ verteilt, in der die Kinder spielerisch an die äußerst fragwürdige „5 am Tag“-Regel herangeführt werden sollen. Dann gibt es da noch Tipps zum Zähneputzen. Natürlich fehlt der Hinweis, dass das Putzen der Zähne nach dem Verzehr von Obst den Schmelz ruiniert. 

Natürlich darf auch ein Hinweis auf die bösen Kalorien und Übergewicht nicht fehlen. Dazu wird mal wieder der BMI zitiert, der gerade bei Kindern völlig sinnlos ist. 

Ein Rezept für Kartoffelmäuse empfiehlt sogar Kartoffeln mit Schale – obwohl es durch den Konsum ungeschälter Knollen wiederholt zu Vergiftungen von Kindern kam. Wäre  dem Unternehmen Rewe tatsächlich an der Gesundheit ihrer Kunden gelegen, würde es strikt darauf achten, dass Kartoffeln nicht unter Neonlicht im Regal liegen – weil das die Bildung hochgiftiger Alkaloide wie α-Chaconin stimuliert. Sie würde es stattdessen grundsätzlich in lichtgeschützten Verpackungen handeln. 

Es ist beängstigend wie die Lehrer unserer Kinder scharenweise dieser gefährlichen Ideologie nachlaufen und in ihrer grenzenlosen Unwissenheit in Sachen Lebensmittel und Ernährung die Gesundheit ihrer Schutzbefohlenen einer völlig unnötigen Gefahr aussetzen.