Wie Lebkuchen und Glühwein die Winterdepression vertreiben
Sendung vom 05.12.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Echte Lebkuchen sind dank erlesener Zutaten wie Mandeln und einer gepflegten Portion exotischer Gewürze ein kulinarisches Highlight. Selbst beim Triebmittel kriegt der Lebkuchen eine Extrawurst gebraten. Statt billigem Backpulver gehört das teurere Hirschhornsalz zur Rezeptur. Doch nicht alle sind davon begeistert. Bei so teuren Rohstoffen werden die Hersteller kreativ und suchen im Lebensmittelrecht nach Lücken und auf dem Markt nach Ersatzstoffen. Statt der hochpreisigen Gewürze gibt’s viel günstigere Aromen. Richtig dosiert ist der Geschmack kaum zu unterscheiden. Statt Mandeln tun es zur Not auch Erdnüsse. Wozu Hirschhornsalz einkaufen? Mit billigem Backpulver lässt sich der Teig gleich abbacken und er muss nicht, wie bisher, einige Zeit kühl stehen. Das spart Lagerkapazität und Zeit. Der Kunde bekommt damit für immer weniger Geld immer mehr aromatisierte Schaumfladen – ach was, Lebkuchen natürlich.
Allein das Wort Hirschhornsalz klingt wie ein Anachronismus. Ursprünglich wurde das Backtriebmittel durch Erhitzen von geraspelten Geweihen von Hirschen gewonnen – dabei entstand Ammoniumcarbonat. Heute müssen dafür keine Hirsche mehr erlegt werden, das erledigt jetzt die chemische Industrie. Ammoniumcarbonat setzt im Teig nicht nur Kohlendioxid frei, sondern ...

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