Religion und Ernährung
Sendung vom 27.02.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Liest man die aktuellen Schriften vegetarischer Erbauungsliteraten, dann ist der Buddhismus eine zutiefst vegetarische Religion. Als Vorbild gelten ihnen die Japaner, die sich bis ins 18. Jahrhundert hinein nach den Prinzipien des Buddhismus fast ausschließlich fleischlos ernährt haben sollen. Doch dann habe, so lese ich, "der Westen ein vegetarisches Land zerstört": Erst mit der Atombombe und dann mit der Schulspeisung. Mit letzterer hätten die amerikanischen Besatzer die kleinen Japaner zum Fleischessen verführt. In der Tat liegt der Schlüssel zum Verständnis der japanischen Küche in der Religion: Als die Japaner im sechsten Jahrhundert den Buddhismus von koreanischen Mönchen übernahmen, gerieten sie in ein Dilemma: Gläubigen war das Töten anderer Lebewesen verboten – und damit waren Steaks und Schnitzel tabu. Leider übersahen die Mönche, dass dieses Gebot nur in Regionen mit subtropischem Klima auf fruchtbaren Böden mit mehreren Ernten im Jahr praktikabel ist – wie in ihrer Heimat. Auf Okinawa und...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!