Wissenschaftsgeschichte
Sendung vom 20.03.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Noch vor wenigen Generationen waren Lebensmittelvergiftungen durch gesundheitsschädliche Zutaten oder bakteriellen Verderb an der Tagesordnung. So raffte beispielsweise allein die "Wurstvergiftung" bis weit ins 19. Jahrhundert halbe Dörfer und Sippen dahin. Besonders viele Opfer forderte das Wurstgift im Schwabenlande. Verantwortlich war eine regionale Spezialität, die Blunzen – ein geräucherter Schweinemagen gefüllt mit Blutwurst. Stinkende und käsig-verfaulte Blutwurst zum Mittagessen. Im Grunde handelte es sich um eine Delikatesse von historischem Rang. Offenbar wollten es die wackeren Schwaben dem Odysseus gleich tun, der im Wettkampf mit einem Bettler einen "großen Magen, mit Fett und Blut gefüllt", vulgo eine Blunze, als Preis errang. So berichtet es Homer. Mit der schwäbischen Version des Produktes war vor 200 Jahren allerdings kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Lange Zeit wurde über die Ursache der vielen Todesfälle gerätselt. Manche Ärzte...

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