Magen-Darm-Krankheiten um 80% gestiegen

Hofheim/Berlin (lme) – Die seit Jahren wiederholte Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der jeweils amtierenden Verbraucherschutzministerin fünf Portionen Obst und Gemüse zu verzehren – einschlägig bekannt auch als IN FORM oder 5-am-Tag – hat mehr geschadet als genutzt. Zudem fehlt nach Meinung des Ernährungswissenschaftlers und Ökotrophologen Uwe Knop aus Hofheim für diese Empfehlung jeglicher Nachweis eines Nutzens.
Offensichtlich hat der staatliche Aufruf zu mehr Obst- und Gemüseverzehr für kollektive Verdauungsprobleme gesorgt. Knop belegt dies mit Daten aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, die das EU.L.E. e.V. grafisch aufgearbeitet hat.1

 

K31 Sonstige KrankheitenK31 Sonstige Krankheiten des Magens und des Duodenums
Die klinischen Diagnosen von „Sonstigen Krankheiten des Magens und des Dünndarms“ sind seit Beginn der Ernährungskampagne „5x am Tag Obst & Gemüse“ in den Jahren 2000 bis 2011 um etwa 80% gestiegen

 

 

  (Weitere Grafiken: weiter...)

 

K59 Sonstige funktionelleK59 Sonstige funktionelle Darmstörungen
Bei „Sonstigen funktionellen Darmstörungen“, dazu gehören beispielsweise Verstopfung und Durchfall, hat sich die Fallzahl mehr als verdoppelt (+101%)

 

 

 

 

R14 FlatulenzR14 Flatulenz und verwandte Zustände
Auch die Diagnosen des Symptombilds „Flatulenz und verwandte Zustände“, unter dem sich Aufstoßen, Blähbauch, Blähungen und Meteorismus subsummieren stiegen in besagtem Zeitraum um 152%

 

 

 

 

R10ff Symptome VerdauungssystemR10-19 Symptome, die das Verdauungssystem und das Abdomen betreffen
Bei „Symptomen, die das Verdauungssystem und das Abdomen (den Bauchraum) betreffen“, beispielsweise Bauchschmerzen und Darmkrämpfe, ist ein Anstieg von 27% zu verzeichnen

 

 

 

 

 

Knop betont, dass sich natürlich nicht belegen lässt, dass zwischen diesen beiden Fakten ein Zusammenhang besteht.

„Aber genau auf solchen Korrelationen basieren die gängigen Ernährungsregeln, auf die sich wiederum Aigners Kampagnen stützen“, erläutert der Ökotrophologe. Fehlende Beweise würden dabei durch „Plausibilitäten“ ersetzt, um den Schein der Wissenschaftlichkeit zu wahren. „Solche Plausibilitäten, also naheliegende Erklärungsmodelle, lassen sich natürlich auch finden, um den Zusammenhang der 5-am-Tag-Kampagne mit der wachsenden Zahl an Magen-Darm-Erkrankungen zu untermauern: Der Verzehr von viel Obst- und Gemüse ist mit einer erhöhten Aufnahme von schwer verdaulichen Ballaststoffen und Fruktose verbunden. Das kann bei Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen führen.

Aufgrund der schwachen wissenschaftlichen Datenbasis, der fehlenden Beweise für Regeln zur „gesunden Ernährung“ und dem nicht existierenden Nutzennachweis von Ernährungskampagnen müsse man davon ausgehen, dass „Deutschland ein riesiges Versuchslabor ist und wir, die Bundesbürger, sind die Versuchskarnickel eines Menschengroßversuchs, dessen Auswirkungen unbekannt sind“, mahnt Knop. Denn bei der „Gretchenfrage“, ob der Nutzen den Schaden überwiege, könne die Ernährungsforschung nur auf ihre Standardantwort verweisen: Nichts genaues weiß man nicht …

 

Quellen

[1] http://www.gbe-bund.de/
[2] 5-am-Tag-Kampagne: Es gärt, EU.L.E.N-SPIEGEL 2013/1-2 S. 38-40

 

Kontakt:
Uwe Knop
Diplom-Ökotrophologe
Postfach 1166
65701 Hofheim a.Ts.
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Website: www.echte-esser.de
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