Magen-Darm-Krankheiten um 80% gestiegen

Hofheim/Berlin (lme) – Die seit Jahren wiederholte Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der jeweils amtierenden Verbraucherschutzministerin fünf Portionen Obst und Gemüse zu verzehren – einschlägig bekannt auch als IN FORM oder 5-am-Tag – hat mehr geschadet als genutzt. Zudem fehlt nach Meinung des Ernährungswissenschaftlers und Ökotrophologen Uwe Knop aus Hofheim für diese Empfehlung jeglicher Nachweis eines Nutzens.
Offensichtlich hat der staatliche Aufruf zu mehr Obst- und Gemüseverzehr für kollektive Verdauungsprobleme gesorgt. Knop belegt dies mit Daten aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, die das EU.L.E. e.V. grafisch aufgearbeitet hat.1

 

K31 Sonstige KrankheitenK31 Sonstige Krankheiten des Magens und des Duodenums
Die klinischen Diagnosen von „Sonstigen Krankheiten des Magens und des Dünndarms“ sind seit Beginn der Ernährungskampagne „5x am Tag Obst & Gemüse“ in den Jahren 2000 bis 2011 um etwa 80% gestiegen

 

 

  (Weitere Grafiken: weiter...)

Erdbeere mit Sosse© picsfive / www.fotolia.de

Das RKI meldet, dass wahrscheinlich Tiefkühl-Erdbeeren verantwortlich sind für den mit 11.200 Betroffenen bisher mit Abstand größten bekannten lebensmittelbedingten Gastroenteritis-Ausbruch in Deutschland. Bei einem großen Teil der Erkrankten konnten Noroviren nachgewiesen werden.

 

Hier können Sie Informationen zum aktuellen Thema abrufen: 

 

=> Wie werden Noroviren übertragen?

=> Sind Obst und Gemüse mittlerweise die wichtigsten Überträger von Infektionen?

=> Pflanzliche Rohkost ist gesund, stimmt das?

Heidi Klum soll Ihre Kinder mit Geld bestechen, damit Sie ihre tägliche Obstration auch brav essen.1  Warum manche Kinder Obst mögen und andere nicht, darum geht es unter anderem in einem aktuellen Interview mit Udo Pollmer.

Interview: Hans Kantereit, erschienen in Effilee #25 Sommer 2013 S. 78-82
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Eisbecher© kehr design / www.fotolia.deWann immer in Sachen ›Ratschläge zur gesunden Ernährung‹ eine neue Sau durchs mediale Dorf getrieben wird, erscheint ein Mann, der dem Tross hinterherläuft, und vor dessen Warnungen warnt. Der Lebensmittelchemiker und Wissenschaftsjournalist Udo Pollmer plädiert vernehmlich für den sorglosen Genuss der Lebensmittel, auf die wir Lust haben, stellt den Zusammenhang zwischen Ernährung und Körpergewicht in Frage und hält die meisten Diäten für pure Gewalt von Frauen gegen Frauen.

H.K.: Herr Pollmer, Ihrer Ansicht nach sind die drei folgenden Aussagen kompletter Unfug: Vitamin C hilft bei Erkältungen, Salz ist ungesund und der Verzehr von Obst und Gemüse beugt Krebserkrankungen vor. Ist das Verhältnis zu Ihrem Hausarzt soweit okay?

U.P.: Zu welchem Hausarzt? (muss kräftig lachen)
Mein Haus braucht keinen Arzt und mir geht’s gut.

H.K.Sie sind der Meinung, dass wir glücklicher, gesünder und genussvoller leben könnten, wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden würden, es gäbe die gesunde Ernährung für alle, und Sie rufen zum Boykott der meisten Statistiken auf …

U.P.: … nicht zum Boykott, ich will ja nur, dass die Statistiken richtig gemacht werden. Statistik ist eigentlich...

Suchendes HuhnFoto: 4028mdk09
Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

 

Lesen Sie hier das Interview der

Yahoo! Nachrichten mit Udo Pollmer.

  

 

 

 

Hirn Darm Vgl© EU.L.E.Eine neue Studie, veröffentlicht im PNAS1, belegt den Zusammenhang zwischen der Gehirnentwicklung des Menschen und der Erfindung des Kochens.
Der EU.L.E.N-SPIEGEL 3-4/2007 beschäftigt sich eingehend mit dieser Thematik.
Lesen Sie hier den Artikel als PDF:

Der Mensch - ein Coctivor  

Der Mensch – ein Coctivor  

Die Grafik (links) stammt aus dem Fachartikel Die Bedeutung der "Küche" für die Evolution des Menschen von Muth J, Pollmer U, erschienen in der Züchtungskunde 2010; 82: S. 40-56

1) Fonseca-Azevedo, K; Herculano-Houzel, S: Metabolic constraint imposes tradeoff between body size and number of brain neurons in human evolution

 

 

Einen Ausschnitt aus Udo Pollmers Vortrag zum Thema Coctivor sehen Sie hier: