Giftige "Wundermittel"
Sendung vom 22.09.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Mögen Sie Agatha Christie? In ihren Krimis ließ sie die Mordopfer vor allem durch Zyankali oder Strychnin aus dem Leben scheiden. Nun, die Zeiten sind vorbei. Stöbert man jedoch im hochmodernen Internet, dann könnte der Eindruck entstehen, es handele sich bei den besagten Giften eher um verkannte Heilmittel. Wenn alles, was "gesund" sein soll, bitter schmecken muss, was wäre da geeigneter als das gallebittere Strychnin? Deshalb gaben es früher sparsame Brauer als Hopfenersatz ins Bier. Ärzte verordneten Strychnin als Universalmedizin und empfahlen es sogar jungen Sportsfreunden zur Steigerung der Leistung. Medizinstudenten schluckten es zur Förderung der Konzentration. Wir wissen nicht, wie viele Menschen die Idee vom gesunden, weil bitterem Strychnin mit ihrem Leben bezahlt haben. In manchen Ländern ist das Rattengift bis heute...

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