Salz
Sendung vom 18.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Auf den Kanarischen Inseln wurden unlängst zwei Ärzte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten bei einer Patientin eine Wasservergiftung nicht erkannt. Die junge Frau hatte sich vorher vier Liter Wasser genehmigt – bei der Analyse des Blutes wurde ein Natriummangel festgestellt, dennoch unterblieb die lebensrettende Gabe von Salz. Wasservergiftungen sind inzwischen durch die Aufforderung, viel zu trinken und nur knapp zu salzen, keine Seltenheit. Unbeeindruckt kämpfen viele Ärzte für eine Senkung der Salzzufuhr. Die gängige Erklärung lautet: Salz bindet das Wasser im Körper, dem Herzen falle es schwerer, dagegen anzupumpen, und der Blutdruck steige. Das erhöhe das Risiko für Schlaganfall und Herzversagen und damit für einen frühzeitigen Tod. Wenn das stimmt, dann ist im Ozean nur deshalb soviel Wasser, weil...

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Lebenserwartung
Sendung vom 11.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Wir werden immer älter. Wenn die Lebenserwartung steigt, dann muss sich Gevatter Tod noch in Geduld üben und das beruhigt. Da kommen zwei Meldungen wie gerufen. Die "Lebenserwartung ist weltweit um 6 Jahre gestiegen", berichtet Spiegel Online. Und ein Wissenschaftsportal meldet, "Kluge Menschen leben länger". Kann es sein, dass die Welt gescheiter wurde? Der Spiegel beruft sich auf eine Studie mit über 700 Autoren, finanziert von der Melinda & Bill Gates Stiftung. Dafür wurden gut 20 Jahre lang über 35.000 Datensätze aus 188 Ländern zusammengetragen. Ein gewaltiges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass sich darunter auch Staaten befinden wie der Südsudan oder Lesotho. Das lässt aufhorchen. Denn von dort kommen angeblich detaillierte Statistiken zu Diagnosen, für die man gewöhnlich modern ausgerüstete...

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Gifte in Babykost
Sendung vom 04.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

In den letzten Jahren kam es wiederholt zu Rückrufaktionen bei Lebensmitteln aufgrund einer hohen Belastung mit Tropan-Alkaloiden - eine Gruppe giftiger Naturstoffe. Betroffen waren Babykost, glutenfreie Lebensmittel sowie Tiefkühlgemüse. Die Gifte stammten aus den Samen von Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut und Schwarzem Nachtschatten. Unmittelbar gefährdet sind nach Angaben der zuständigen Behörden (BfR, EFSA) vor allem Säuglinge und Kleinkinder sowie Erwachsene mit Herzproblemen. Anfang 2015 teilte das Schwerpunktlabor der baden-württembergischen Lebensmittelüberwachung mit, dass in einem Hirsebrei für Säuglinge Rückstände gefunden wurden, die den Grenzwert um mehr als das Zehnfache überschritten. Die Kollegen warnen eindringlich: "Tropanalkaloide können bereits...

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Kellerei
Sendung vom 28.08.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Der Schwefel hat ein Imageproblem: Seit dem Mittelalter steht er unter Generalverdacht. Er ist das Element des Teufels. Dort wo es nach Schwefel riecht, hat der Gottseibeiuns seine Duftmarke hinterlassen. Wen wundert es da, wenn der Schwefel heute Allergien auslöst? Noch verdächtiger: Er soll bei übermäßigem Weingenuss für den Kater am nächsten Morgen verantwortlich sein – Teufel aber auch! Dieser Verdacht hat einen konkreten Grund: Bei Fehlgärungen gab der Winzer eine Extraportion Schwefel in den Most, sonst hätte er ihn wegkippen können. Das Schädelbrummen kam aber weniger vom Schwefel, sondern von unangenehmen Gärungsnebenprodukten wie Histamin und Fuselalkohol. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde vom Gesetzgeber die erlaubte Zugabemenge an Schwefel immer weiter gesenkt. Das hatte einen...

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Stiftung Warentest widerlegt
Sendung vom 21.08.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Ein Zitat aus berufenem Munde gefällig? "Fisch, Fisch und nochmals Fisch: Der Speiseplan der Grönland-Eskimos kennt oft wenig Abwechslung. Dafür ist er aber offensichtlich herzensgut, denn Herz-Kreislauf-Leiden, gar tödliche Infarkte, sind bei ihnen nahezu unbekannt." So stand's in einem populären Magazin, das flugs den herzgesunden Fischölkapseln einen Warentest stiftete. Denn, Fischölkapseln seien angesichts des geringen Seefischkonsums eine "sinnvolle Ergänzung" – so urteilte anno 2005 die Stiftung. In der "Urteilsbegründung" hieß es, Fischölkapseln seien deshalb sinnvoll, weil im Fett der Eskimokost "zwei ganz spezielle" Omega-3-Fettsäuren stecken, kurz EPA und DHA. "Mittlerweile existieren weltweit rund 15.000 Studien", behauptete Stiftung Warentest damals vollmundig, "die den vielfältigen gesundheitlichen Nutzen von...

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