Studie zu Bitterstoffen und Psyche
Sendung vom 06.11.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Eine Ernährungsstudie der Innsbrucker Uni hat eine Welle der Empörung ausgelöst: Kritiker wehren sich gegen den Generalverdacht, Freunde des schwarzen Kaffees oder von Chicorée seien verkappte Psychopathen. Die Psychologin Christina Sagioglou und ihr Kollege Tobias Greitemeyer wollen nämlich herausgefunden haben, dass eine Vorliebe für bittere Speisen mit einem Hang zum Sadismus einhergeht. Keine gute Nachricht für die Wiener Kaffeehäuser und Spirituosenhändler, die Magenbitter verkaufen. Die Psychologen befragten fast 1000 Männer und Frauen nach ihren Essvorlieben, anschließend ermittelten sie deren Aggressionsbereitschaft mit mehreren etablierten Testverfahren. Ergebnis: Menschen, die bittere Speisen lobten, stimmten dabei auffällig oft Sätzen zu wie: "Wenn ich mich über andere lustig mache, amüsiert es mich, wenn sie es merken." Oder...

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WHO-Warnung
Sendung vom 30.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

"Rotes" Fleisch und Wurst sind also schuld am Krebs. So lautet angeblich das schreckliche Ergebnis einer Studie der WHO. In deren Metaanalyse seien die Daten aus über 800 Studien eingeflossen. Was will man mehr? Das Medienecho ist gewaltig. Schließlich ist die WHO ja nicht irgendwer. Aber was taugt die Analyse? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn die vollständige Studie liegt bisher nicht vor. Hier wird nach der alten Masche gearbeitet: Erst eine PR-Welle lostreten, wenn sich die Wogen geglättet haben und jeder die Botschaft vernommen hat, wird ein paar Wochen später die Publikation nachgeschoben. Sollte sich dann herausstellen, dass das alles so nicht stimmt, interessiert es niemanden mehr. Allein dieser Umstand zeigt, dass es hier nicht so sehr um die wissenschaftliche Wahrheit geht. Manchmal genügt schon die Pressemeldung, um...

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Nutzen bei Krebstherapie
Sendung vom 23.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Es gibt Mythen, die sind einfach nicht totzukriegen. Manchmal jedoch sind diejenigen schneller tot, die an solche Mythen glauben: Zum Beispiel an die Schnapsidee, Antioxidantien aus Obst und Gemüse, zur Not auch aus Wein und Tee würden unsere Zellen schützen und dem Krebs "die rote Karte zeigen". Fernseh-Mediziner versprechen, dass Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E oder auch Selen im Körper freie Radikale jagen. Diese würden mächtig oxidativen Stress machen und der wiederum sei für so ziemlich alle Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Die freien Radikalinskis dringen, so lese ich, "wie kleine Diebe" heimlich in die Zellen ein, um sich dort ein Elektron "zu klauen". Auf ihrer Diebestour zerstören sie gesunde Zellen. Die Aussage ist im weitesten Sinne nicht mal falsch – denn der Körper bildet ja selbst gezielt freie Radikale. Er erzeugt...

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Kohlendioxid gegen Schädlinge
Sendung vom 16.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Wenn der Landwirt im Herbst seine Ernte in die Scheuer fährt, nährt er damit nicht nur Menschen, sondern auch Lagerschädlinge: Mäuse, Ratten, Tauben, Motten und Käfer. Viele Lebensmittel wie Fisch oder Früchte sind zudem leicht verderblich. Experten schätzen die Nachernteverluste insgesamt auf weltweit 1,3 Milliarden Tonnen, das wäre ein Drittel der gesamten Weltproduktion. Allein beim Getreide verrottet ein Vielfaches dessen, was nach den Angaben der FAO, der Welternährungsorganisation erforderlich wäre, um die Hungernden dieser Welt zu sättigen. Das Problem ist beileibe nicht auf Entwicklungsländer beschränkt, für Deutschland beziffert das Agrarministerium die Nachernteverluste beim Weizen auf jährlich 800.000 Tonnen. Bei Kartoffeln sind es über 500.000 Tonnen und bei Äpfeln liegen die Verluste bei 100.000 Tonnen. Deshalb entscheiden...

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Ernährung
Sendung vom 09.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Pilzvergiftungen sind nicht nur eine Folge von Verwechselungen oder Unkenntnis, auch der Trend zur Rohkost trägt dazu bei. Die meisten Speisepilze sind nicht für den Rohverzehr geeignet. Erst gründliches Erhitzen vermag sie zu entgiften, wie beispielsweise Maronen, Perlpilze und vor allem der Hallimasch. Nicht umsonst steht letzterer in Deutschland bei den Pilzvergiftungen auf den vorderen Plätzen. Im Internet wird verbreitet, zumindest Champignons könne man roh essen. Können schon, aber auch der rohe Champi enthält etwas, das erst mal verdaut werden will, namentlich das fragwürdige Agaritin. In Tierversuchen erwies sich der Stoff als krebserregend. In einem Kilo frischer Wiesenchampignons wurde bis zu einem halben Gramm Agaritin nachgewiesen. Zuchtpilze enthalten etwas weniger, Dosenware dank der Erhitzung nur noch...

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