Die Erde hat Fieber und die NASA meint, sie bekomme tatsächlich eine Erkältung. Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



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Brotzeit vom 30. November 2019

Es gibt Neues von der Klima-Front: Die NASA hat ihre interplanetarische Wettervorhersage für das nächste Jahrzehnt präzisiert. Die braucht sie, um ihre Raumflüge planen zu können. Denn es gibt im Sonnensystem allerlei Phänomene, die das Leben der Astronauten gefährden können. Beispielsweise die Flares, also ungeheure Massen an Plasma, die mit 900 km pro Sekunde von der Sonne ins All geschleudert werden und auch die Erdatmosphäre erreichen.

Längst ist es Allgemeinwissen, dass eine hohe Sonnenaktivität den...

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Zum Thema Gewichtsdiskriminierung, das wir in EU.L.E.N-SPIEGEL 3/2013 und 4/2013 behandelten, gehört auch die Problematik der Verbeamtung. Wer eine Beamtenstelle antreten möchte, muss nicht nur die fachliche Qualifikation nachweisen, sondern auch den Gewichtsnormen entsprechen. Lesen sie hierzu eine wahre Geschichte...

Höchste Ansprüche

von Jutta Muth - erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 4/2013  S. 19

Lehrerin anno 1947
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S75969
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Charlotte fühlt sich wohl in ihrer Haut. Doch wegen ihrer Figur wird sie schon mal schräg angeschaut. Sie gilt als umgänglich, fröhlich und ist vor allem kein Kostverächter. Am meisten liebt sie Pizza und Chips. Obst und Gemüse sind nicht ihr Ding. Sie ist der herzhafte Typ, frühstückt nicht gerne, isst aber am liebsten mittags und abends warm. Dann schaufelt sie sich den Teller mindestens zweimal voll. Für ihren „gesunden Appetit“ ist sie im Freundeskreis bekannt.

Charlotte mag Mode, doch in den angesagten Läden ist ihre Größe die Ausnahme. Ihr Gewicht passt einfach nicht zu ihren 1,77 m. Als Problemzonen sieht sie ihre Beine, den Übergang von der Jeans zu den modischen Hochschaft-Stiefeln tarnt sie mit Stulpen. Sie hat sich daran gewöhnt, schließlich guckte sie schon als Kind so aus der Wäsche wie heute; ihre Oma väterlicherseits sah übrigens genauso aus.
Charlotte ist Referendarin, sie studiert für das Lehramt an Gymnasien. Bei der notwendigen Einstellungsuntersuchung wurde ihr das Gewicht zum Verhängnis. Der Arzt bescheinigte ihr, rundum gesund zu sein, nur das Häkchen für Gewicht, das könne er nicht vergeben. Sollte sie sich nach bestandener Prüfung...

Neue BMI-Studie offenbart Willkür im „Pippi Langstrumpf“-Design

Waage© Uwe Grötzner / www.fotolia.de

Nachdem aktuelle Meta-Analysen bestätigten, dass Übergewicht nicht mit einer erhöhten Sterberate [1] respektive sogar mit einer längeren Lebenserwartung korrelierte [2], kam nun, was kommen musste: Die Autoren einer weiteren Meta-Analyse kolportieren brandaktuell, dass Übergewicht doch mit früherem Ableben assoziiert ist [3]. Auch wenn damit das „ökotrophologische Gleichgewicht“ wieder hergestellt erscheint (eine Studie kannibalisiert die vorherige) – so einfach ist es auch diesmal nicht.

Das hat vor allem zwei Gründe, so Ernährungswissenschaftler Uwe Knop: „Erstens taugt der BMI nicht zur Vorhersage von Gesundheit und Krankheit oder gar als `Sargnagel´. Zweitens ist der BMI nicht mehr als ein Marker für eine Korrelation, die keinerlei Schlüsse zur Kausalität erlaubt.“ Damit wäre das Paper schon vom Tisch, „wenn da nicht auch noch an den Daten gedreht worden wäre, um den behaupteten Zusammenhang zu konstruieren“, so Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.).

Man wagt ja kaum die zentrale Manipulation zu benennen – sie taugt nur noch zum Fremdschämen: Die Autoren haben fast zwei Drittel der...

Udo Pollmers Mahlzeit
Sendung vom 21.09.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Die Zeiten, als Antibiotika noch im Ruf von lebensrettenden Wundermitteln standen, sind vorbei, zumindest vorläufig. Jetzt ist das Gegenteil gefragt, die Probiotika. Keime werden nicht mehr unterschiedslos vergiftet, die aufgeklärte Zeitgenossin entsendet lieber eine Art Polizeitruppe in ihren Darm: Dort sollen die Probiotika gezielt den Bösewichtern unter den Mikroben Handschellen anlegen und sie dann abführen. Mehr kann man im Darm nicht tun. Die intensive Beschäftigung mit dem Darminhalt beschränkte sich früher auf Kleinkinder in der analen Phase. Jetzt sind diese Geschäfte in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Gesundheitsaffine Mitbürger sind ganz Ohr, wenn Darmsanierer aus dem Nähkästchen oder gar dem Nachttöpfchen plaudern. Die Erwartungen sind enorm, seit Ratgebersendungen versprachen, Dicke könnten durch Fäkalienspenden von...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Steckbrief: Glykoalkaloide in Kartoffeln

von Tizian Klingel, Lebensmittelchemiker

Keimende KartoffelDie Triebe der Kartoffel wachsen
bei längerer Lagerung und
weisen die höchsten Gehalte an
Glykoalkaloiden auf.
Der Verzehr kann lebensbedrohlich sein.
Foto: Donna
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Ob als Pommes, Bratkartoffeln oder Salat, die schmackhafte Knolle ist allseits beliebt. Doch Nachschattengewächse pflegen sich mit äußerst giftigen Stoffen, sogenannten Glykoalkaloiden, zu schützen. Diese können bei Verzehr erhebliche Beschwerden mit sogar tödlichem Ausgang hervorrufen.

Die Glykoalkaloide

Kartoffeln, Erdäpfel oder auch „Grumbeeren“ (= Grundbeere) genannt, gehören zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Weitere Vertreter dieser Familie, die wir auch auf unserem Teller finden, sind Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Physalis sowie die als „Superfood“ gehypte Goji-Beere. Aber auch stark giftige Arten wie Stechapfel, Tabak und Tollkirsche zählen dazu. Wie alle Pflanzen bedienen sich...