von Udo Pollmer
erschienen in panissimo vom 25. Oktober 2019 / Nr. 21

SalzstreuerDie vom Bund propagierte Salzreduktion hat gravierende Konsequenzen und kann lebensbedrohend sein. Im folgenden Beitrag zeigt der renommierte deutsche Ernährungsexperte Udo Pollmer – auch der «Anarchist der Esskultur» genannt – die Hintergründe auf.

Naturheiler und Alternativmediziner begründen ihre Therapien gerne damit, dass diese schon die Altvorderen praktiziert hätten. Giftige Kräuter, vergessenes Heilwissen und fromme Sprüche stehen der «Apparatemedizin» im Ansehen bis heute in nichts nach. Da wäre es doch an der Zeit,...

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Autor: Klaus Alfs

„Kritik der vegetarischen Ethik“ ist die aktuelle, umfassende, systematische und tabulose Würdigung des ethischen Vegetarismus. Die vegetarischen Weltanschauungen werden konsequent am eigenen Maß gemessen, wobei überraschende Widersprüche zum Vorschein kommen. Dieses Buch ist ein Beitrag zur Meinungsbildung und Meinungsvielfalt, sind doch skeptische Stimmen bezüglich pflanzenbasierter Ethik kaum vernehmbar. Wer sich ernsthaft für die philosophische und praktische Seite seines Veggieburgers oder Schnitzels interessiert, kommt an diesem Werk nicht vorbei.

ISBN: 978-3-033-07403-3

Mehr Informationen unter -> blog.klausalfs.de


 

Wie viele Menschen ernähren sich eigentlich vegan? Wohin geht der Trend? Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



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Quicklebendige Plastiktütenwelt

Erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 1-2/2013  S. 42PDF download

Plastic bag jellyfishQualle oder Mikrobenhabitat?
Foto: Seegraswiese
Lizenz: CC BY 3.0
Umweltorganisationen fordern ein Verbot von Plastiktüten und anderem Plastikmaterial, weil es die Meere verschmutzt und dabei auch marinen Lebewesen zum Verhängnis werden kann. Zudem schwimmen im Meerwasser mittlerweile große Mengen an kleinen und kleinsten Plastikpartikeln, über deren Risiken heftig spekuliert wird. Doch währenddessen hat die Natur praktische Lösungen erarbeitet. Inzwischen haben viele Organismen das Plastikmaterial als Behausung und als Nahrungsquelle entdeckt. Ein Verbot der Tüten würde ihnen vermutlich gar nicht schmecken …

Ozeanographen und Meeresbiologen aus Massachusetts identifizierten eine große Vielfalt an Mikroorganismen und anderer Kleinstlebewesen, die dichtgedrängt die Plastikteilchen besiedeln. Da diese im umgebenden Meerwasser nicht aufzufinden waren, bietet das Material den Meeresbewohnern ein neues Habitat. Die Kunststoffe sind vor allem durch ihre wasserabstoßende Oberfläche als Lebensraum interessant. Viele „Aufsitzer“ haben sich auf den Verzehr von Kohlenwasserstoffen, sprich von Erdöl und daraus hergestelltem Plastik, spezialisiert. Dabei teilen sich nicht nur Plastikspezialisten die Nahrungsquelle, auch Symbionten dürfen mitarbeiten. Und räuberische Wimperntierchen weiden den mit Mikroben reichgedeckten Tisch wieder ab. Um diesem ganz speziellen und artenreichen Teil des Ökosystems gerecht zu werden, spricht man von der „Plastisphäre“.

Literatur: Zettler ER et al: Life in the “plastisphere”: microbial communities on plastic marine debris. Environmental Science & Technology 2013; 47: 7137−7146

Zucker: Die Empfehlung der WHO kann Sie um Ihren Verstand bringen!

Zeitungsleser© kues1 / www.fotolia.de

Die „globalen Gesundheitshüter“ der WHO haben mal wieder einen PR-Coup der besonderen Sorte gelandet: Ihre Forderung, den Zuckerkonsum auf 5% zu reduzieren, um die „Übergewichtsepidemie zu stoppen“, verbreitete sich wie ein mediales Lauffeuer. Spiegel.de brachte es auf den Punkt: „WHO empfiehlt nicht mehr als sechs Teelöffel pro Tag“. Machen wir es kurz und schmerzlos: „Diese Forderung ist offenbar eine verkappte Marketingaktion für künstliche Süßstoffe, denn es gibt nicht einen einzigen soliden Beleg, dass Zucker dick oder krank macht“, erklärt Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.).

Selbst bei der Karies haben ihm inzwischen die Säuren (egal ob in Gummibärchen oder Obst) den Rang abgelaufen: Sie greifen den Zahnschmelz an – und zwar sofort beim Konsum. Auch als Diabetes-Ursache taugt der Zucker nicht, obwohl jahrzehntelang vergeblich versucht wurde, einen Zusammenhang zu konstruieren. Die Idee, die Zuckerkrankheit aus der Zahl der Würfelzucker abzuleiten, ist so intelligent, wie...