Wie viele Menschen ernähren sich eigentlich vegan? Wohin geht der Trend? Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



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Quicklebendige Plastiktütenwelt

Erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 1-2/2013  S. 42PDF download

Plastic bag jellyfishQualle oder Mikrobenhabitat?
Foto: Seegraswiese
Lizenz: CC BY 3.0
Umweltorganisationen fordern ein Verbot von Plastiktüten und anderem Plastikmaterial, weil es die Meere verschmutzt und dabei auch marinen Lebewesen zum Verhängnis werden kann. Zudem schwimmen im Meerwasser mittlerweile große Mengen an kleinen und kleinsten Plastikpartikeln, über deren Risiken heftig spekuliert wird. Doch währenddessen hat die Natur praktische Lösungen erarbeitet. Inzwischen haben viele Organismen das Plastikmaterial als Behausung und als Nahrungsquelle entdeckt. Ein Verbot der Tüten würde ihnen vermutlich gar nicht schmecken …

Ozeanographen und Meeresbiologen aus Massachusetts identifizierten eine große Vielfalt an Mikroorganismen und anderer Kleinstlebewesen, die dichtgedrängt die Plastikteilchen besiedeln. Da diese im umgebenden Meerwasser nicht aufzufinden waren, bietet das Material den Meeresbewohnern ein neues Habitat. Die Kunststoffe sind vor allem durch ihre wasserabstoßende Oberfläche als Lebensraum interessant. Viele „Aufsitzer“ haben sich auf den Verzehr von Kohlenwasserstoffen, sprich von Erdöl und daraus hergestelltem Plastik, spezialisiert. Dabei teilen sich nicht nur Plastikspezialisten die Nahrungsquelle, auch Symbionten dürfen mitarbeiten. Und räuberische Wimperntierchen weiden den mit Mikroben reichgedeckten Tisch wieder ab. Um diesem ganz speziellen und artenreichen Teil des Ökosystems gerecht zu werden, spricht man von der „Plastisphäre“.

Literatur: Zettler ER et al: Life in the “plastisphere”: microbial communities on plastic marine debris. Environmental Science & Technology 2013; 47: 7137−7146

Zucker: Die Empfehlung der WHO kann Sie um Ihren Verstand bringen!

Zeitungsleser© kues1 / www.fotolia.de

Die „globalen Gesundheitshüter“ der WHO haben mal wieder einen PR-Coup der besonderen Sorte gelandet: Ihre Forderung, den Zuckerkonsum auf 5% zu reduzieren, um die „Übergewichtsepidemie zu stoppen“, verbreitete sich wie ein mediales Lauffeuer. Spiegel.de brachte es auf den Punkt: „WHO empfiehlt nicht mehr als sechs Teelöffel pro Tag“. Machen wir es kurz und schmerzlos: „Diese Forderung ist offenbar eine verkappte Marketingaktion für künstliche Süßstoffe, denn es gibt nicht einen einzigen soliden Beleg, dass Zucker dick oder krank macht“, erklärt Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.).

Selbst bei der Karies haben ihm inzwischen die Säuren (egal ob in Gummibärchen oder Obst) den Rang abgelaufen: Sie greifen den Zahnschmelz an – und zwar sofort beim Konsum. Auch als Diabetes-Ursache taugt der Zucker nicht, obwohl jahrzehntelang vergeblich versucht wurde, einen Zusammenhang zu konstruieren. Die Idee, die Zuckerkrankheit aus der Zahl der Würfelzucker abzuleiten, ist so intelligent, wie...

Udo Pollmers Mahlzeit
Sendung vom 07.09.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Die Obsternte fiel dieses Jahr geradezu gigantisch aus, vielfach brachen die Zweige unter der Last der Früchte. Nun fürchten die Obstbauern den zu erwartenden Preisverfall. Erste Meldungen sprechen davon, dass der Handel teilweise nur noch 15 Cent fürs Kilo bezahlt. Für den Verbraucher ist das sommerliche Wetter allemal Grund zur Freude. Denn dadurch gibt's nicht nur reichlich Obst, durch die warme Witterung ist es dieses Jahr auch besonders süß. Die Hitzewelle im August, hier gern als Vorbote eines drohenden Weltuntergangs gedeutet, ist für die Landwirte Afrikas ein Segen, falls der vorhergesagte Klimatrend global so bleibt. Die noch in den 80er-Jahren als Dürre- und Hungergebiet verrufene Sahelzone wird allmählich grüner und ernährt immer mehr Menschen. Wir dürfen nicht vergessen: Ein Anstieg der Temperatur heißt global betrachtet nicht etwa mehr...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

„Zusatzstoffe gehören nicht ins Essen. Sie gehören ins Museum!“

Das Zusatzstoffheft von 2014 steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit. Die aktuelle Auflage von 2017 kann im exclusiven Mitgliederbereich heruntergeladen werden.

Zusatzstoffe TITELDieses Handlexikon dokumentiert die Fülle an Stoffen, die zur Herstellung unserer täglichen Nahrung genutzt werden. Viele dieser Substanzen sind mehr oder weniger gut geprüft, viele andere so gut wie nicht. Deshalb will die EU bis Ende 2020 zahlreiche der Zusätze endlich einer korrekten Prüfung unterziehen. Einige Zusätze werden deklariert, andere, wie die Aromastoffe mit über 2.000 Substanzen, firmieren auf dem Etikett pauschal als „Aroma“. Dazu kommen die Stoffe, die überhaupt nicht deklariert werden. Genannt seien hier die Enzyme, deren weit verbreiteter Einsatz in den allermeisten Fällen verschwiegen werden darf. Doch auch die deklarierten Begriffe erfordern oft genug erhebliche lebensmittelrechtliche Kenntnisse und technologisches Verständnis, um sie richtig deuten zu können. Bisher hat sich die Lebensmittelwirtschaft nur zu gerne davor gedrückt, dem Kunden reinen Wein einzuschenken. Dieses Handlexikon soll das ändern.

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