Udo Pollmer - Was Etiketten verschweigen - Zum Download im ecxlusiven Mitgliederbereich

 

  • Zusatzstoffe gehören ins MuseumZusatzstoffe 2017
  • Das Deutsche Zusatzstoff- Museum stellt sich vor
  • Zusatzstoffe: vermeidbares Risiko?
  • Tricksen, täuschen, tarnen: die leidige Deklaration
  • Farbstoffe
  • Konservierungsmittel
  • Antioxidantien
  • Verdickungsmittel
  • Füllstoffe
  • Emulgatoren
  • Säuerungsmittel und Säureregulatoren
  • Aromastoffe und 100 Geschmacksverstärker
  • Süßstoffe & Zuckeraustauschstoffe
  • Vitamine
  • Zusätze zur Nahrungsergänzung

 u.v.m.

                 

 

Frühstück macht nur eines: hungrige Kinder satt!

Sandwich Fruehstueck© cromary / www.fotolia.de

„Das Frühstück zu Hause hält das Herz von Kindern gesund“ – mit dieser frei erfundenen PR-Behauptung wollten deutsche Forscher den Medien mal wieder das beliebte Märchen vom „Gesunden Frühstück“ unterjubeln. „Wer das Herzinfarktrisiko von Vorschülern vorhersagt, sollte sich lieber auf Kaffeesatzdeuterei spezialisieren. Wenn, dann trägt der Stress, den solche Meldungen bei den Eltern verursachen, erheblich mehr zu deren vorzeitigem Ableben bei als ein - wie auch immer geartetes - Kinder-Frühstück“, so Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.). Es ist hier schon belanglos, dass es sich auch bei dieser Ernährungsstudie um eine Beobachtungsstudie handelt, aus der sich bestenfalls Plausibilitäts-Hypothesen ableiten lassen. Doch selbst auf diesem niedrigen Niveau betrachtet versickert die Botschaft des „gesunden Kinder-Frühstücks“ wie Pipi im Sandkasten. „Die Daten der Originalstudie lassen noch nicht einmal die...

Udo Pollmers Mahlzeit
Sendung vom 24.08.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Naturschützer beklagen "eine Tiertragödie größten Ausmaßes". Gleich auf zwei Kontinenten hat ein dramatisches Sterben viele Geierarten an den Rand des Abgrunds gebracht. Verantwortlich dafür seien Tiermedikamente. Stimmt im Prinzip. Das Sterben begann in Indien in den Türmen des Schweigens. Dort pflegen die Parsen, Angehörige einer indischen Religion, ihre Toten den Geiern zum Fressen anzubieten. Da so ein Vogel pro Minute ein ganzes Kilo Fleisch herunter zu schlingen vermag, bleibt in kürzester Zeit nur noch das Skelett übrig. Für einen Parsen ist das die einzig würdige Form der Bestattung. Doch damit war eines Tages Schluss. Der Grund: Die Verstorbenen hatten vor ihrem Tod Diclofenac erhalten, ein billiges wie wirksames Schmerzmittel. Bereits 1,5 mg Diclo genügen, um einen Geier zu töten. Die Leber eines Schmerzpatienten reicht für mehrere Vögel. Nun vermag...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Zu Risiken und Nebenwirkungen hilft die Packungsbeilage nicht weiter. Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



facebookZur Diskussion      TonMP3 Download:
rechte Maustaste

Fliegen statt Fleisch: Unsere letzte Chance?

PDF-download

von Andrea Fock, Wolf Lengwenus, Jutta Muth und Udo Pollmer
Erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 3-4/2010  S. 15-22

Krabbeltisch© iStockphoto.com / MaxfocusDie Gier nach Fleisch ruiniert bekanntlich unseren Globus. Angesichts bodenständiger Köstlichkeiten der feinen Küche wie Schnepfendreck und maccheroni piatti müsste es doch ein Leichtes sein, den westlichen Industrienationen die Vorteile der Insektenkost nahe zu bringen. Werden wir statt überzüchteten Schweineschnitzeln und klimaschädlichen Rindersteaks dann auf Heuschrecken aus Wildfängen herumkauen, handgestreichelte Palmrüssler auszuzeln und uns in der Fastenzeit an Filzläusen vom Biobauern delektieren? Selbst die Raumfahrt soll dereinst von Insekten beflügelt werden. 

Allerorten wird bereits intensiv an profitablen Mastverfahren gefeilt. In Europa tut sich die Agraruniversität im holländischen Wageningen mit einem ehrgeizigen Maden-Projekt hervor.134 Zunächst soll ermittelt werden, welche Abfälle der Lebensmittelindustrie von welchem Geziefer verspeist werden – eine Zielsetzung, die einem Schädlingsbekämpfer die Schweißperlen auf die Stirn treiben könnte.
In einem weiteren Schritt soll das Eiweiß der Zuchtinsekten in bewährten Speisen teurere Rohstoffe ersetzen oder als funktionales Additiv endlich die ekligen E-Nummern von den Etiketten verschwinden lassen. Und wo bleiben Abfälle wie die Chitinpanzer? Ernährungsexperten werden bald ihren Wert als Ballaststoffe erkennen und sie Gummibärchen, Geflügelwurst und Gabelbissen untermischen.