Nutzen bei Krebstherapie
Sendung vom 23.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Es gibt Mythen, die sind einfach nicht totzukriegen. Manchmal jedoch sind diejenigen schneller tot, die an solche Mythen glauben: Zum Beispiel an die Schnapsidee, Antioxidantien aus Obst und Gemüse, zur Not auch aus Wein und Tee würden unsere Zellen schützen und dem Krebs "die rote Karte zeigen". Fernseh-Mediziner versprechen, dass Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E oder auch Selen im Körper freie Radikale jagen. Diese würden mächtig oxidativen Stress machen und der wiederum sei für so ziemlich alle Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Die freien Radikalinskis dringen, so lese ich, "wie kleine Diebe" heimlich in die Zellen ein, um sich dort ein Elektron "zu klauen". Auf ihrer Diebestour zerstören sie gesunde Zellen. Die Aussage ist im weitesten Sinne nicht mal falsch – denn der Körper bildet ja selbst gezielt freie Radikale. Er erzeugt...

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Kohlendioxid gegen Schädlinge
Sendung vom 16.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Wenn der Landwirt im Herbst seine Ernte in die Scheuer fährt, nährt er damit nicht nur Menschen, sondern auch Lagerschädlinge: Mäuse, Ratten, Tauben, Motten und Käfer. Viele Lebensmittel wie Fisch oder Früchte sind zudem leicht verderblich. Experten schätzen die Nachernteverluste insgesamt auf weltweit 1,3 Milliarden Tonnen, das wäre ein Drittel der gesamten Weltproduktion. Allein beim Getreide verrottet ein Vielfaches dessen, was nach den Angaben der FAO, der Welternährungsorganisation erforderlich wäre, um die Hungernden dieser Welt zu sättigen. Das Problem ist beileibe nicht auf Entwicklungsländer beschränkt, für Deutschland beziffert das Agrarministerium die Nachernteverluste beim Weizen auf jährlich 800.000 Tonnen. Bei Kartoffeln sind es über 500.000 Tonnen und bei Äpfeln liegen die Verluste bei 100.000 Tonnen. Deshalb entscheiden...

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Ernährung
Sendung vom 09.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Pilzvergiftungen sind nicht nur eine Folge von Verwechselungen oder Unkenntnis, auch der Trend zur Rohkost trägt dazu bei. Die meisten Speisepilze sind nicht für den Rohverzehr geeignet. Erst gründliches Erhitzen vermag sie zu entgiften, wie beispielsweise Maronen, Perlpilze und vor allem der Hallimasch. Nicht umsonst steht letzterer in Deutschland bei den Pilzvergiftungen auf den vorderen Plätzen. Im Internet wird verbreitet, zumindest Champignons könne man roh essen. Können schon, aber auch der rohe Champi enthält etwas, das erst mal verdaut werden will, namentlich das fragwürdige Agaritin. In Tierversuchen erwies sich der Stoff als krebserregend. In einem Kilo frischer Wiesenchampignons wurde bis zu einem halben Gramm Agaritin nachgewiesen. Zuchtpilze enthalten etwas weniger, Dosenware dank der Erhitzung nur noch...

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Endophyten
Sendung vom 02.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Der züchterische Fortschritt hat die Flughäfen erreicht. Vor ein paar Jahren ist es neuseeländischen Pflanzenzüchtern gelungen, die Vögel, die den Flugverkehr unsicher machen, zu vergrämen. Zu diesem Behufe züchteten sie in Deutsches Weidelgras so genannte Endophyten hinein. Seither produzieren die Gräser Gifte, die dem Federvieh den Appetit verderben. Außerdem gehen daran viele Insekten ein. Wenn‘s nichts mehr zum Fressen gibt, dann machen die Vögel den Abflug. Endophyten sind Mikroorganismen, die Samenkörner befallen und die sich nach der Aussaat in den heranwachsenden Pflanzen ausbreiten. Diese Gräser sind äußerlich nicht von "normalen" Exemplaren zu unterscheiden. Einige Endophyten schwächen ihre Wirtspflanzen, andere stärken sie. Mit den "richtigen" Partnern sind die Gräser robuster und sie liefern deutlich...

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Der Schweinemord von 1915
Sendung vom 25.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Vor 100 Jahren befand sich das Deutsche Kaiserreich im Ersten Weltkrieg. Im Herbst 1915 verschlechterte sich die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung rasant. Das Militär hatte, bevor es in den Krieg eintrat, versäumt ausreichend Lebensmittelvorräte für magere Zeiten anzulegen. Zwar verfügte das Reich damals über doppelt so viel Ackerfläche wie die Bundesrepublik heute, es konnte sich aber nur zu 80 Prozent selbst ernähren. Nachdem die britische Seeblockade die Importe mit Nahrungsmitteln unterband, wurde der Mangel deutlich spürbar. Zuvor war der grandiose Plan deutscher Ernährungsprofessoren, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, kläglich gescheitert. Das Kaiserliche Statistische Amt hatte nämlich bei den Bauern erfragt, was sie denn noch so an Getreide, Kartoffeln und Vieh besäßen. Aus dem...

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