Kellerei
Sendung vom 28.08.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Der Schwefel hat ein Imageproblem: Seit dem Mittelalter steht er unter Generalverdacht. Er ist das Element des Teufels. Dort wo es nach Schwefel riecht, hat der Gottseibeiuns seine Duftmarke hinterlassen. Wen wundert es da, wenn der Schwefel heute Allergien auslöst? Noch verdächtiger: Er soll bei übermäßigem Weingenuss für den Kater am nächsten Morgen verantwortlich sein – Teufel aber auch! Dieser Verdacht hat einen konkreten Grund: Bei Fehlgärungen gab der Winzer eine Extraportion Schwefel in den Most, sonst hätte er ihn wegkippen können. Das Schädelbrummen kam aber weniger vom Schwefel, sondern von unangenehmen Gärungsnebenprodukten wie Histamin und Fuselalkohol. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde vom Gesetzgeber die erlaubte Zugabemenge an Schwefel immer weiter gesenkt. Das hatte einen...

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Stiftung Warentest widerlegt
Sendung vom 21.08.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Ein Zitat aus berufenem Munde gefällig? "Fisch, Fisch und nochmals Fisch: Der Speiseplan der Grönland-Eskimos kennt oft wenig Abwechslung. Dafür ist er aber offensichtlich herzensgut, denn Herz-Kreislauf-Leiden, gar tödliche Infarkte, sind bei ihnen nahezu unbekannt." So stand's in einem populären Magazin, das flugs den herzgesunden Fischölkapseln einen Warentest stiftete. Denn, Fischölkapseln seien angesichts des geringen Seefischkonsums eine "sinnvolle Ergänzung" – so urteilte anno 2005 die Stiftung. In der "Urteilsbegründung" hieß es, Fischölkapseln seien deshalb sinnvoll, weil im Fett der Eskimokost "zwei ganz spezielle" Omega-3-Fettsäuren stecken, kurz EPA und DHA. "Mittlerweile existieren weltweit rund 15.000 Studien", behauptete Stiftung Warentest damals vollmundig, "die den vielfältigen gesundheitlichen Nutzen von...

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Hautkrebs
Sendung vom 14.08.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Ja, auch Fachblätter wie die "Pharmazeutische Zeitung" haben die Meldung aus Harvard aufgegriffen: Der Konsum von Zitrusfrüchten soll das Melanomrisiko erhöhen. Dieses Ergebnis stützt sich auf die Daten zweier berühmter Studien, der "Nurses' Health Study" und der "Health Professionals Follow-up Study". Die mehr als 100.000 Teilnehmer wurden über 25 Jahre in regelmäßigen Abständen zu ihrer Ernährung und zum Lebensstil befragt. Im Verlauf der Untersuchungen sind knapp 2000 Teilnehmer an einem Melanom erkrankt. Das ist eine gute statistische Basis. Auf die Idee, den Einfluss von Zitrusfrüchten auf den Hautkrebs zu untersuchen, brachte die Forschung eine unerwartete Beobachtung: Das Melanom, korreliert entgegen der öffentlichen Meinung nun mal nicht mit der UV-Strahlung. Deshalb wurde nach weiteren Faktoren...

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Rohkost
Sendung vom 07.08.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Die Garmethoden in der Küche ändern sich. Das früher übliche Zerkochen von Gemüse zu Brei beschränkt sich zunehmend auf ein kurzes Schwenken im Wok. Al dente soll nicht nur die Pasta sein, auch beim Gemüse ist Bissfestigkeit Pflicht. Spitzenköche empfehlen selbst grüne Bohnen allenfalls zwei bis drei Minuten in der Pfanne zu rühren - "bis sie knapp weich sind". Überzeugten Rohköstlern geht das nicht weit genug: "Rohe Bohnen sind gesund. Punkt, fertig, aus." "Das Einzige, das tatsächlich ungesund ist", lese ich, sei "die Kochkost". An der Diktion erkennt man den Ernährungsexperten. Toxikologen sind da anderer Meinung. Sie dürfen mit schöner Regelmäßigkeit die gutgläubigen Opfer dieser Ideenwelt behandeln, vor allem Kinder, weil die Bohnen, die sie aßen, noch zu "bissfest" waren. Grüne Bohnen fallen nach Angaben der Giftnotrufzentralen...

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Arsen in Reiswaffeln
Sendung vom 31.07.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das BfR, hat für Unruhe gesorgt: Die Behörde empfiehlt ausdrücklich, die Belastung der Menschen mit Arsen in allen Altersgruppen zu senken, aber ganz besonders bei den Reiswaffeln für Kinder. Der Grund: Reis enthält von Natur aus relativ viel Arsen. Und das ist bekanntlich bei regelmäßiger Zufuhr ungesund. Auch wenn es das BfR begrüßt, dass von der EU endlich Höchstmengen für dieses Uralt-Gift erlassen werden sollen, so lässt die Behörde doch durchblicken, dass ihr dabei nicht sonderlich wohl ist. Im Falle von weißem Reis sei der vorgeschlagene Grenzwert von 0,2 mg/kg allenfalls geeignet, den Bürger vor hochbelasteter Ware zu schützen. Bei braunem Reis wird von der EU sogar ein noch höherer Arsen-Grenzwert wie für weißen Reis vorgeschlagen. Denn bei allen Getreidearten sind...

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