Landwirtschaft soll schuld sein
Sendung vom 17.04.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Wenn Bienen sterben, geraten reflexartig Pestizide in Verdacht. Aktuell stehen die Neonicotinoide am Pranger, eine Gruppe probater Insektengifte, die glücklicherweise für Säugetiere und damit auch für Menschen relativ ungiftig sind. Aber Bienen sind bekanntlich Insekten – und so erscheint ein Bienensterben durch Insektenmittel nur logisch. Mancherorts versuchen die Behörden, den betroffenen Imkern die Schäden zu ersetzen. Führt der Bienenhalter seine Völkerverluste auf Neonicotinoide zurück, gibt's Kohle vom Staat. Dann steigt die Zahl der Fälle. Für den geschäftstüchtigen Imker ist es wirtschaftlicher, das ganze Volk im Herbst nach der Honigernte abzutöten, so spart er sich die Winterfütterung. Im Frühjahr erwirbt er sogenannte Paketbienen, also eine Königin samt einem kleinen Hofstaat – "Paketbienen" heißen sie deshalb, weil sie in einem Käfig von der Größe eines Lockenwicklers per Post verschickt werden. Der Inhalt wächst im Frühjahr schnell zu einem Volk heran. Diese Art der Imkerei...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Essen wir zuviel Eiweiß?
Sendung vom 10.04.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Unser Bedarf an Nährstoffen ist nicht starr, sondern schwankt von Mensch zu Mensch – und das in einem weiten Bereich. So lautet einer der wichtigsten Ernährungsgrundsätze. Dies gilt selbstredend auch für den Eiweißbedarf. Manche benötigen eine Kost mit viel Fleisch und Käse, andere sind von ihrem Stoffwechsel her eher Kohlenhydratesser. Diese Vorlieben sind angeboren, die Unterschiede messbar, beispielsweise anhand des Insulinreflexes. Liebhaber von Pizza und Pasta, also von Kohlenhydraten, schütten schon beim Kauen Insulin aus, um auf die Blutzuckerfracht vorbereitet zu sein. Bei typischen Fleischessern erfolgt die Ausschüttung erst, wenn der Zucker vom Darm ins Blut strömt. Der Grund liegt in unserer Evolution: Solange Jäger oder Nomaden sich vorzugsweise von tierischen Produkten nährten, genügte es, wenn angesichts der knappen stärkehaltigen Beilagen das Insulin erst während des Verdauungsvorgangs bereitgestellt wurde. Bei den Ackerbauern mit...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

DNA-Markierungen
Sendung vom 27.03.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Lebensmittelbetrug ist stets ein großer Aufreger - kein Wunder, wenn sich Maultaschen als Gaultaschen erweisen oder teure Seezungen sich als minderwertige Tropenfische entpuppen. Aber nicht nur wir Kunden, auch die Unternehmen haben mit falsch deklarierter Ware ihre Probleme, inzwischen müssen sie sich immer öfter mit Lebensmittelpiraterie herumschlagen. So ziemlich alle Markenartikel werden gefälscht, angefangen von Babykost bis hin zu Edel-Spirituosen. Die aus minderwertigen Rohstoffen gepanschten Produkte sehen den Originalen zum Verwechseln ähnlich. Die britische Lebensmittelwirtschaft beziffert ihren Schaden mit über zehn Milliarden Pfund im Jahr. In Deutschland dürfte der Verlust kaum geringer ausfallen. Seit Jahren arbeitet die Branche an Lösungen, um die Echtheit ihrer Waren schnell und zuverlässig prüfen zu können. Nun hat die finnische Lebensmittelbehörde Evira exakt dafür ein sogenanntes DNA-Strichcode-System zugelassen. Damit sind nicht etwa...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Wissenschaftsgeschichte
Sendung vom 20.03.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Noch vor wenigen Generationen waren Lebensmittelvergiftungen durch gesundheitsschädliche Zutaten oder bakteriellen Verderb an der Tagesordnung. So raffte beispielsweise allein die "Wurstvergiftung" bis weit ins 19. Jahrhundert halbe Dörfer und Sippen dahin. Besonders viele Opfer forderte das Wurstgift im Schwabenlande. Verantwortlich war eine regionale Spezialität, die Blunzen – ein geräucherter Schweinemagen gefüllt mit Blutwurst. Stinkende und käsig-verfaulte Blutwurst zum Mittagessen. Im Grunde handelte es sich um eine Delikatesse von historischem Rang. Offenbar wollten es die wackeren Schwaben dem Odysseus gleich tun, der im Wettkampf mit einem Bettler einen "großen Magen, mit Fett und Blut gefüllt", vulgo eine Blunze, als Preis errang. So berichtet es Homer. Mit der schwäbischen Version des Produktes war vor 200 Jahren allerdings kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Lange Zeit wurde über die Ursache der vielen Todesfälle gerätselt. Manche Ärzte...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Wegen Magensäure-Hemmern
Sendung vom 13.03.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Unsere Magensäure tötet innerhalb von Sekunden Bakterien ab. Doch Medikamente, die die Produktion von Magensäure hemmen, nehmen dem Magen diese lebenswichtige Funktion. Wer gleichzeitig Rohkost wie Salat isst, kann schwer krank werden. Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln sind so neu nicht – die bekannteste und bisher auch gefährlichste war der Konsum von Grapefruits bzw. Grapefruitsaft zusammen mit Medikamenten. Diese Zitrusfrucht enthält von Natur aus Substanzen, die die Entgiftungskapazität der Leber massiv verändern, was entweder zu einem beschleunigten Abbau der Arzneien führt, und damit zur Wirkungslosigkeit oder den Abbau blockiert, so dass lebensbedrohliche Blutspiegel erreicht werden. Nicht wenige Todesfälle sind darauf zurückzuführen. Nun schickt sich eine besonders erfolgreiche Gruppe von Medikamenten an, den Grapefruits den Rang abzulaufen. Es sind die sogenannten Protonenpumpenhemmer. Was klingt wie eine Waffe aus...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!