Warum der Borschtsch früher grün war
Sendung vom 05.09.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Das slawische Nationalgericht, der Borschtsch, wird heute als roter Eintopf mit Fleisch serviert. Sein Name verweist allerdings auf ein Gemüse mit einer ganz anderen Farbe, das auch bei Schnapsbrennern beliebt war.
In den slawischen Nationen wie Polen, Russland oder der Ukraine gilt der Borschtsch seit alters als Nationalgericht. Wir kennen ihn heute als säuerlichen Gemüseeintopf mit Roter Beete und Fleisch. Der Name verrät aber, dass der tiefrote Borschtsch früher ziemlich grün gewesen sein muss, denn seine Hauptzutat waren nicht Rote Beete, sondern eine Pflanze namens Barszcz. So heißt in den slawischen Sprachen der Bärenklau.
Der Bärenklau ist ein Doldenblütler – so wie Petersilie, Dill und Sellerie. Aufgrund seiner stattlichen Größe von 1,50 Meter und seines weißen, schirmförmigen Blütenstandes wird er leicht mit dem giftigen Riesenbärenklau verwechselt. Deshalb ist ...

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Gen-Mikroben auf unserer Haut
Sendung vom 29.08.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Beim Thema Genmais und Gensoja sehen Umweltschützer rot. Doch Gentechnik steckt längst in unzähligen Produkten des täglichen Bedarfs – worüber sich kaum jemand aufregt. Die Kritik der Gengegner ist scheinheilig, sagt daher Udo Pollmer.
Lange stand die Gentechnik pauschal wegen "unbeherrschbarer Risiken" in der Kritik. Das hat sich klammheimlich geändert. Die Gentechnik stört überhaupt nicht mehr – außer auf dem Acker. Bei einer Genmanipulation zum Zwecke der Herstellung von Leder, von Socken oder von Papier zucken die Kritiker mit der Achsel. Wird sie für Lebensmittel genutzt, kommt es drauf an: Gentechnik zur Gewinnung von Glutamat, Zitronensäure oder Vitaminen juckt niemanden – eine Deklaration ist überflüssig. Taucht aber irgendwo "Genmais" oder "Gensoja" auf, schwillt den Kritikern der Kamm und sie ...

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Die Mär vom gesunden Vollkornreis
Sendung vom 22.08.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Das Vitamin B1 gilt als wertvolles Nervenvitamin. Ein B1-Mangel soll die Krankheit "Beriberi" auslösen. Deshalb bloß Naturreis und keinen polierten Reis essen! Warum das aber ganz und gar nicht stimmt, entlarvt Ernährungsexperte Udo Pollmer.
Die wunderbare Welt der Vitamine gibt schon wieder Anlass zum Staunen: Bisher hatte das Vitamin B1, auch Thiamin genannt, eine blütenweiße Weste: Es galt als Chemikalie, die selbst in hoher Dosierung keinerlei Schaden anrichten kann. Nun nimmt auch dieser Mythos ein böses Ende. Ein Forscherteam aus San Francisco und Peking stieß beim Studium des Thiamin-Stoffwechsels auf ein merkwürdiges Phänomen: B1 rief im Tierversuch, wenn es in höherer Dosis verabfolgt wurde, einen Leberschaden hervor, genauer gesagt eine Fettleber.
Erstaunlich, dass man nichts von ...

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Hacksteak vom Hund
Sendung vom 15.08.2014

Radio

Von Udo Pollmer 

Darf man die Lieblingstiere der Deutschen wirklich essen? Allein die Frage löst Empörung aus. Dabei gibt es gute Gründe, darüber nachzudenken, ob der Hunger auf der Welt nicht auch durch einen Schmusetierbraten gestillt werden kann, meint Udo Pollmer.
Ein Mitglied des britischen Königshauses, Prinzessin Anne, hat ein Tabu gebrochen: Vor Tierschützern erklärte sie, es sei an der Zeit, das Verhältnis zu Pferden zu überdenken und neben dem Reitsport endlich auch den kulinarischen Wert des Pferdefleisches zu würdigen. Ähnlich äußerte sich auch die Jugendorganisation einer deutschen Partei im Sommer vorigen Jahres. Sie forderte die Aufhebung des Schlachtverbotes für Hunde und Katzen. So könnte tierisches Eiweiß sinnvoll genutzt werden. Doch bevor eine Diskussion in Gang kam, fuhren die liberalen Parteioberen den vorlauten Parteiwelpen gehörig über die Schnauze.
Dabei werden in deutschen Privatwohnungen 12,5 Millionen Katzen und fast ...

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Vom Landraub zum Mundraub
Sendung vom 08.08.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Gefährdet Land Grabbing die Nahrungsmittelversorgung auf der Welt? Ja, meinen Kritiker. Nein, meint Lebensmittelexperte Udo Pollmer. Denn solche Flächen würden so effektiv bewirtschaftet, dass ihr Ertrag gesteigert und so der Hunger auf der Welt bekämpft werden könne. Ganz so einfach sei es am Ende dann aber doch nicht.
Das böse Wort vom Land Grabbing macht die Runde. Wenn Investoren in der Dritten Welt Land pachten oder kaufen, gilt dies als moderner Kolonialismus. So soll ein internationales Konsortium mit deutscher Beteiligung in Sambia 120.000 Hektar erworben haben, um Energiepflanzen als Ersatz für Erdöl anzubauen. Der Ölstaat Katar erwarb in Kenia 150.000 Hektar - um Gemüse zu ernten, wie es heißt. Auch in Australien nennt Katar inzwischen eine Viertelmillion Hektar sein eigen. Australien hält sich dafür offenbar in Mosambik schadlos.
Die wichtigsten Investoren kommen angeblich ...

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